Kröten, die man gerne schluckt

12 Gedanken zu “Kröten, die man gerne schluckt”

  1. Normal kocht man das mit kleinen Fleischbällchen. Die kann man auch mit dem Löffel abstechen. Wer frißt schon gern Plastik- oder Gelatinedärme, die aus Gensoja gewonnen werden? Das Backpulver ist überflüssig in dem Gericht, wohl aber eine englische Tradition beim Brot backen:-))

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    1. Die absolute Mehrheit der Rezepte, die ich zu Toad in the hole kenne (sei es von Simon Hopkinson, Diana Henry, Nigella Lawson, Gordon Ramsay oder Jamie Oliver), lässt Würstchen schmurgeln statt Fleischbällchen. Auch wenn die der Krötenidee sogar näher kommen und Deine Argumente sicherlich ziehen, und auch wenn Backpulver im Rezept nutzlos sein mag: Ich hab es auf diese Weise kennengelernt und wiedergemacht, es hat funktioniert und mir hat es hervorragend gemundet. So sehr ich mich freue, dass Du Dich einbringst und mitliest, so sehr frage ich mich zuletzt schon ein bisschen, ob es in wachsendem Maße dazu dient, mir zu zeigen, was ich falsch mache, weil Du – anders als ich – ausgebildeter Koch bist. Ich freue mich über freundschaftliches Miteinander, und Dir steht jederzeit frei, hier Deine Meinung auf die Weise zu äußern, wie es Dir beliebt. Aber eine „von oben herab“-Haltung als Grundposition macht zumindest herzliches Miteinander schwieriger.

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      1. Die Kritik oder Anregung eines Koches mag zwar manchmal ziemlich hart klingen oder gar feindlich, was sie aber nicht ist, mein lieber Ole.
        Kochen ist eine intuitive Arbeit, die reichlich Spielraum für Innovation bietet.
        Diskussionen unter Köchen klingen für Außenstehende oft fast kriegerisch. Das sind sie nicht. Sie sind lediglich kurz und bündig formuliert. Das liegt zum Teil am permanenten Zeitmangel in unserer Branche. Ich schätze jede Anregung; auch, wenn ich anfangs oft etwas böse reagiere. Wir haben eben zu wenig zeit, das Ganze wirken zu lassen.
        Zu Backpulver. Backpulver ist einfaches Soda. Neuerdings wird es oft noch mit Ammoniak u.ä. Substanzen versetzt. Damit ist es schon nicht mehr so „gesund“ wie Soda. Ich bin ein gewisser Anhänger der Low Carb – Gemeinde. Allgemein ersetzen wir Backpulver mit entsprechend zerkleinertem Vollkorn, Kokosmehl usw. . Es gibt heute zahlreiche Varianten, die zum Treiben von Teigen eingesetzt werden. Versuch es mal mit einem Weizenvollkornmehl z.b.. Du wirst sofort feststellen, es geht ohne Backpulver.
        Und nun zu den Genannten: Das sind meist hoch verschuldete, trotzdem engagierte Köche/Unternehmer, die mit diversen TV-Aktionen etc. etwas Geld dazu verdienen müssen.
        Unser Maßstab, lieber Ole, ist die Volksküche. Und die wird von diesen Leuten nicht vertreten:-)) Eher propagiert:-))
        Die Tage werde ich mal die Entwicklung von meinem Bruch fotografieren. Die Hälfte der Klammern ist gezogen. Schauen wir mal. Oooh, das tut wirklich weh:-)) ohne Betäubung….naja. Ich bin ein „Zimperlicher“:-))

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  2. Noch ein kleiner Anhang. Ich kaufe weder Wurst noch andere Fertigprodukte. Ich mache wirklich Alles selbst zu Hause; auch Würste, Speck, Schinken, Brot usw.. Die Salsiccia wird in Italien übrigens fast ausnahmslos ohne Darm angeboten und verzehrt. Es ist gemeines Gehacktes in Wurstform. Ich werde mal ein kleines Essay über Würste schreiben und hoffe auf Deinen geschätzten Besuch:-)

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    1. Lieber Karl,

      ich habe nicht das geringste Problem mit Klartext, mit knappen Ansagen ohne Streichel-Girlanden, all das ist in meinem Job als Journalist nicht anders – und meine Kommentar-Sektion ist auch nicht dazu vorgesehen, dass dort nur Claqueure sich in Reihe stellen und applaudieren sollen. Es geht hier nicht um fishing for compliments.

      Auch ich schätze jede Anregung. Wenn aber zu einem Nudelgericht mit Erdnussauce, das ich getestet und für köstlich befunden habe, von Dir als absolute Aussage kommt, es sei staubtrocken, ohne, dass Du es in meiner Zubereitung je probiert hast, ist es für mich keine konstruktive Kritik.

      Um kurz auf meine Selbstbeschreibung hier auf dieser Seite zurückzugreifen: „Ausgebildeter Koch bin ich nicht, vielleicht sind meine Tipps hier und da Unfug, und mancher Profi mag die Stirnbrauen runzeln. Zumindest aber erzähle ich hier nur von Dingen, die für mich prima geklappt haben (oder von meinem Scheitern), und beim Kochen, wie bei vielem, gibt es ja oft verschiedenste Wege zum Ziel.“

      Ich habe Freude am Geschichtenerzählen, ich koche gern, ich fotografiere gern, ich liebe Musik. Diese vier Dinge vereine ich nach bestem Wissen und Gewissen auf dieser Seite. Ich habe nicht den heiligen Gral gefunden. Meine Rezepte nehmen sich selten bierernst, formulieren niemals den Anspruch, die einzig wahre Variante zu sein (oder auch nur besser als irgendein vergleichbares Rezept): Es ist nur die Nacherzählung dessen, was ich so getrieben habe. Und die Rückmeldung derjenigen, die schon Rezepte aus meinem Blog nachgekocht haben, waren für mich fast verblüffend positiv.

      Ich bin auch auf keiner Mission. Mein Maßstab ist nicht die Volksküche, lieber Karl. Und ich schätze die genannten Kochbuch-Autoren, so sehr sie von Dir anscheinend kritisch beäugt werden.

      Mein Maßstab ist, dass ich ein zeitlich stark eingebundener, journalistisch berufstätiger Familienvater bin, der in seiner raren Freizeit gern kocht, kreativen Unsinn treibt, Abenteuer erlebt, Spaß hat, reist oder sich an Reisen erinnert. Insofern ist meine eigene Küche eklektisch, vereint norddeutsche Hausmannskost und sri lankische Currys, vietnamesische und polnische Einflüsse, lugt genauso gern in Richtung Provence wie nach Indien. Erlaubt ist, was (mir) schmeckt. Und ich verzichte bewusst auf Hinweise darauf, welcher Güte die Lebensmittel sein sollten, die jeder sich kauft. Klar ist regional kaufen sinnvoll, hochwertige Lebensmittel nutzen ebenfalls, auf Qualität setzen. Aber nicht jeder hat das Geld übrig, sich das zu leisten, und so wünschenswert eine bewusste Einstellung da ist, freue ich mich vor allem, wenn Leute Lust bekommen, sich zu befassen, auszuprobieren – und ich glaube, dann folgen, so der Geldbeutel es zulässt, die weiteren Schritte alsbald eh. Und wenn der Geldbeutel schmal und leer ist, soll sich niemand ausgegrenzt fühlen, weil ich sage, kauf nur Bio, nur das gute, teure Fleisch. So sinnvoll das ernährungshalber und auch klimapolitisch ist.

      Und weil Zeit für mich ein ebenso kostbares wie rares Gut ist, habe ich beim besten Willen leider auch gar nicht die Zeit (übrig), selbst Wurst herzustellen – so sehr ich Hochachtung vor denjenigen haben, die das können und tun. Verstehe mich nicht falsch, mein Lieber: Ich bin auch kritischen Anmerkungen gegenüber offen und schätze Anregungen.

      Wenn das einzige, was ich als Reaktion zum Text oben (der vor allem augenzwinkernd Jugenderinnerungen behandelt) lese, ist, dass es doch eigentlich nicht mit Wurst, sondern Fleischklopsen gemacht wird, dass Wurstdarm widerlich ist und Backpulver unnötig, dann kann ich sagen: Mag sein, Schrägstrich, stimmt. Aber ich kann und möchte doch gar nicht die ganze Bandbreite aller möglichen Rezepte abbilden, sei es mit Klopsen, Würsten, Kutteln, Rind, Schaf, also mutton…, mit oder ohne Käse, vegetarisch mit roter Bete, mit Lauch statt Zwiebeln, mit oder ohne Bier, mit Curry und Koriander… und so weiter. Es ist nur eine von ganz vielen denkbaren Varianten. Die hier vorgestellte Variante ist ganz bescheiden einfach nur eine, die ich sehr ähnlich in England kennen und lieben gelernt habe und die ich jetzt mal wieder gekocht habe. Nicht mehr. Aber ich fand es sehr lecker. Auch diesmal. 🙂

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      1. Bei Pasta, und da verstehe ich Dich absolut richtig, sollten sich die Köche – und das sind wir zusammen in diesem Augenblick – bewußt sein: Je saftiger desto schmeckts.
        Ich bewerte Essen schon beim Anblick etwas, weil mir die fünfzig jährige Erfahrung einfach eingibt, wie ein richtig gekochtes Essen aussieht. Der geübte Kontrollblick eben, mein Freund.
        Tipps in die Richtung, darfst Du als Empfehlung betrachten; sicher nicht als Kritik in dem Sinne. Das Pastakochen lernte ich erst hier in Italien richtig, wobei mir China lieber gewesen wäre. Und ich bekam anfangs ganz sicher hunderte Kritiken, Belehrungen und Reklamationen.
        Eine Pasta ist in etwa mit einem Risotto vergleichbar. Es wird saucig serviert. Auch bei Ragouts. Die werden au part gegeben. Aber keinesfalls auf trockene Pasta. Die wird z.b. mit Butter, doppelgriffigem Mehl, und Nudelwasser, sämig gehalten.
        Versuch mal Folgendes: Pasta abseihen, nicht abschrecken, Fett dazu, etwas doppelgriffiges Hartweizenmehl, einen Schluck Wasser (Brühe, Wein oder sonst eine Flüssigkeit) und zu guter Letzt, nach dem Umrühren und Erhitzen, das Pesto Deiner Wahl, das auch umgerührt gehört. Du wirst sofort einen großen Unterschied bemerken. Auch sehen, wie ich.
        Die echte Reihenfolge (gastronomisch-weil anders vorbereitet) sieht noch etwas anders aus.
        Da wird Fett der Wahl erwärmt und die frisch abgeseihte Pasta zugegeben. Zusätzliche Bindungen sind da kaum nötig, weil sich an der Pasta noch genug Feuchtigkeit befindet. Diese Pasta soll aber so lange geschwungen werden, bis sie eine saucige Verbindung eingeht. Und genau das, dauert in der heutigen Gastronomie eben zu lange. Die Köche machen sich die Zugaben deswegen schon vorher passend fertig und verschwingen etwas kürzer.
        Zu Hause ist das nicht nötig.
        Im Grunde ist das gezeigte Gericht ein Auflauf.
        Die Auflauf Flüssigkeit, in dem Fall eine Art Kaiserschmarren Zubereitung, wird in Küchen unter Profis einfach hergestellt ohne jegliche Zugaben von Backpulver. Dazu rührt man einfach das Mehl in die lauwarme Flüssigkeit mit allen Gewürzen und gibt als Allerletztes, kurz vor der Zubereitung, das Ei hinzu. Das Eiweiß darf dabei in seiner Struktur (Alles ein Faden) nicht zerrührt oder zerstört werden. Man rührt das einfach mit einer Bratengabel um und gut ist. So machen das Profis und die werden Dir das nicht verraten:-))
        Genau aus dem Grund, kann man sich eben nicht auf „große Köche“ verlassen. Die passen ihre Rezepte den manuellen Fähigkeiten ihrer Leser an:-)) Ich mache das auch bisweilen:-))
        Zum Thema Zeit – Selbst machen usw., werde ich auf meinem Blog mal ganz ausführliche Zeitabläufe einlegen, die klar belegen, der Einkauf dauert länger als das Kochen.
        Du findest das teilweise schon bei der Beschreibung von Eintöpfen etc. auf meinem Blog.
        Und dieses Gericht ist ein Eintopf:-)); wenn auch ein Auflauf.
        Ich möchte auch fast wetten, dass dieses Gericht in der Pfanne ( oder Bratplatte) mit Deckel, besser funktioniert als im Backofen:-))
        Übrigens: Ein Koch in Saisonbetrieben, arbeitet täglich um die fünfzehn Stunden; mit Glück, in Sechs-Tage-Woche. Oft auch durchgehend, einen Monat lang. Zeitdruck ist für Köche in der Situation, kein Argument.
        Ein Kilo Leberwurst im Glas (Gläsern), dauert in etwa 20 Minuten Fertigungszeit mit der heutigen Technik. Jagdwurst usw. dauern etwas länger, weil die noch eingekocht werden.

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  3. Klasse Beitrag, der Erinnerungen an meinen ersten England-Austausch (bei mir war es Farnborough, auch die Carnaby Street und Cream) und einige weitere hochspült 🙂 Und Kröte im Loch lieben wir, das muss ich unbedingt in der nächsten Zeit wieder mal machen (das letzte Mal stand sie auf dem Tisch, als der Sohn von einem mehrmonatigen Arbeits-Aufenthalt aus England zurückkam).

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    1. Danke, meine Liebe! Das freut mich riesig! Und von Cream gibt’s ja sogar „Toad“ als Song, der passen würde (auch wenn er überwiegend aus nem Schlagzeugsolo von Ginger Baker besteht). 🙂

      Wenn, wie machst Du „Toad in the hole“? 🙂

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  4. Auch sehr schön! Ebenfalls toll geschrieben. Vielleicht sollte ich meinen Backofen nochmal untersuchen – bislang hatte ich nicht das Gefühl, es könnte übel gespritzt haben… wobei ich auch keinen Butterschmalz genommen und das Fett nicht bis an den Rauchpunkt erhitzt habe. 🙂

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