
„Oh, hot sand on toes, cold sand in sleeping bags
I’ve come to know that memories
Were the best things you ever had„
(Ben Howard)
Und wir standen da, fest wie Sterne, die hoch über dem Pinienwald am Himmel glitzerten,
Glück gluckste in unseren Herzen, und die Wärme, die uns flutete, hallte in unseren Knochen nach.
Längst weiß ich, dass nichts so kostbar war wie diese Erlebnisse, die zu Erinnerungen geworden sind.
Wie der Sand, noch heiß vom Tag die Zehen umglühte, während er in unseren Schlafsäcken abgekühlt umherrieselte.
Damals, als der Sommer strahlte, auf knochige Rücken herabbrannte – so weit fort von zu Hause, dort, wo der Ozean sich ausbreitete und die Wellen rauschten,unten, am Ende staubiger Pfade voller Kiefernzapfen.
Wir haben wie Hunde am Rand des Lagerfeuers geschlafen, dessen langsam verglimmende Flammen das Holz knacken ließen. Irgendwer von den anderen, für die wir sonst keine Augen hatten, hatte einen schweren Gusseisentopf ins Feuer gehängt. Hähnchen und Gemüse schmurgelten unter einem schweren Deckel im Wein, mit Honigsüße und Senfschärfe, bis das Fleisch zerfallen war wie jede Zurückhaltung. Und so wenig wir mitbekamen vom Duft, vom Lärmen, von den im Abendhimmel schwebenden Silben der Anderen, so genussgierig haben wir am Ende Brot in Fetzen gerissen, Saucenreste aus dem Topf gewischt und uns die Finger geleckt.

Sind tief nachts im Nebel aufgewacht, während der Sommer um uns herum dröhnte, haben uns hochgewuchtet, und dann standen wir da, fest wie Sterne, die hoch über dem Pinienwald am Himmel glitzerten,
Glück gluckste in unseren Herzen, und die Wärme, die uns flutete, hallte in unseren Knochen nach. Die Nacht schmeckte nach Küssen, Schweißperlen trickelten abwärts wie Meteoritenschauer in Zeitlupe, der Blick in den Himmel war frei wie wir, und selbst Galaxien lagen nicht ferner als die Idee, sich voneinander loszureißen.
Und als die alte Kiefer umstürzte, sangen wir.
Heißer Sand umglüht die Zehen, kalter Sand rieselt in Schlafsäcken umher, und mir ist klar geworden, dass die Freunde um Dich alles sind, was Dir immer bleiben wird Glut glüht, Rauch füllt Lungen, kurz hallt das Echo eines Steins auf, fortgeworfen, frei sind die Vögel, die sich trauen zu fliegen und durch den Himmel schwingen.
Wir wachsen, beständig wie jeder neue Morgen, werden älter, wachsen weiter, glücklich wie jeder neue Tag, und wachsen wie sprießende Blumen, und wachsen weiter; auch wenn wir älter werden und wachsen, bleibt, was war. Vielleicht, wenn heißer Sand unsere Füße umschmiegt und zwischen den Zehen knirscht.
Vielleicht, wenn wir nachts unter den Sternen liegen, in den Himmel schauen, über uns Pinien, deren Nadeln im Sommerwind rascheln. Vielleicht auch, wenn die Aromen des zarten Eintopfs unsere Zungen benetzen. Oder wenn wir barfuß auf Pinienzapfen treten, sie vielleicht mit den Zehen aufklauben und um die Wette weitschleudern.
Vielleicht fragen wir uns, was wen von uns abtauchen lassen hat. Vielleicht hat jemand mit den Wölfen gerungen, rote Zungen und Hände. Vielleicht vermisst jemand, sich gesehen zu fühlen. Vielleicht brennt und brodelt sehnsüchtige Ungeduld tief, bis der Faden reißt, vielleicht puckert der Wunsch, abrupt zurückzuspulen, wie wenn Du in einem Konsolenspiel von der Klippe stürzt, aber noch Leben übrig sind. Falls.
Und wir standen da, fest wie Sterne, die hoch über dem Pinienwald am Himmel glitzerten, Glück gluckste in unseren Herzen, und die Wärme, die uns flutete, hallte in unseren Knochen nach.

Zutaten für den Hähnchentopf mit Honig, Senf und Thymian
500 Gramm Bio-Hühnerbrüste
150 Gramm Schalotten
2 Knoblauchzehen
2 Esslöffel Olivenöl
2 Paprikaschoten
1/2 Teelöffel Kreuzkümmel
1/2 Teelöffel Chiliflocken
1 Teelöffel Salz
1 Esslöffel Honig
1 Esslöffel grobkörniger Senf
200 Milliliter Weißwein
1 Bund Zitronenthymian oder normaler Thymian, Blätter abgezupft

Zubereitung für den griechischen Hähnchentopf mit Honig, Senf und Thymian
Was unter Pinien im Gusseisentopf über dem Lagerfeuer landete, fußt auf einem Rezept von Lazaros Kapageorglu: Tigania Kotopoulo.


Das Hähnchenfleisch dafür bestenfalls am Abend vorher bereits salzen für mehr Saftigkeit und Zartheit und im Kühlschrank ziehen lassen, vor dem Zubereiten aber leidenschaftlich mit scharfer Klinge zerteilen, in grobe Würfel.
Die Schalotten abziehen und mit der scharfen Klinge hauchfein zerlegen, die Paprika von Staub (und etwaigen Pinienzapfenresten) befreien, waschen, Samenstränge entfernen und grob hacken. Auch den (Zitronen-)Thymian vom Staub der Tage befreien und einmal abduschen, ehe man ihn zärtlich entblättert.
Das Olivenöl über Feuer oder heißer Herdplatte brodelnd heiß werden lassen, die Fleischwürfel goldknusprig braten. Das Gemüse hinzugeben und ebenso scharf weiterbraten. Kräftig rühren. Dann etwas Glut rausnehmen und auf niedrigerer Hitze weiterköcheln. Das Ganze im Schluck Weißwein baden lassen, vielleicht eine Viertelstunde, während es weiterschmurgelt.




Das Ganze am Ende mit Salz und Pfeffer abschmecken, vielleicht auch einer Prise Zucker, je nachdem, wie trocken und sauer der Weißwein ist.
Zu frischem Weißbrot servieren. Oder den köstlichen Zitronenkartoffeln. Oder auch Reis oder was Ihr so mögt.







Musik zum Menü
Melancholische Sommerträume, vermissendes Erinnern: „Old pine“ und „The wolves“ von Ben Howard stecken voll davon, von Glücksglucksen und heißem Sand. Nirgends darin gibt es Hinweise auf Spurenelemente von Hähnchenpfannen. Und doch passt all das für mich perfekt zusammen und ist aus beiden Songs und weiteren Gedanken dieser Blogtext geworden. Mal davon abgesehen, wie schön sie sind.
Wer mich kennt, weiß, wie gern ich manchmal auch Geschichten aus Songs webe. Wie etwa auch aus „None of the above“ der Weakerthans, aus dem eine ähnliche und doch ganz eigene Erzählung geworden ist.
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